Mentees mit ihren Mentorinnen im Dortmunder Projekt "Perspektive für geflüchtete Frauen durch betriebliches Mentoring"

Best Practice: Betriebliches Mentoring für geflüchtete Frauen

Dortmunder Projekt zeigt, wie interkulturelles Mentoring gelingt

Rund 25 bis 35 Prozent der heute aus Syrien, Iran, Libanon, Pakistan und Weißrussland nach Deutschland kommenden Flüchtlinge sind Frauen. Ein beträchtlicher Teil dieser Frauen verfügt über einen guten Bildungsabschluss und über teils reiche berufliche Erfahrungen in ihrem Herkunftsland. Die Chancen dieser Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und ihre Situation auf in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken, ist Ziel des Projektes „Perspektive für geflüchtete Frauen durch betriebliches Mentoring“. Initiiert wurde es vom Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft e.V., der GRONE Bildungszentren NRW gGmbH, dem Kompetenzzentrum Frau und Beruf Westfälisches Ruhrgebiet sowie dem Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund.

Sechsmonatige Unternehmenshospitanz

Kernstück des Mentoring-Programms ist eine sechsmonatige Hospitanz in Dortmunder Unternehmen und Organisationen. Die Mentees erhalten in dieser Zeit einen Einblick in die deutsche Arbeitswelt in einem Tätigkeitsfeld, das ihrer beruflichen Qualifikation entspricht. Dabei werden sie von einer betrieblichen Vertrauensperson, einer Mentorin oder einem Mentor begleitet. So kann ein besserer und schnellerer Zugang zur individuellen Unternehmenskultur, betrieblichen Qualifikationsangeboten und der berufsbezogenen Fachsprache gelingen. Außerdem können die Programmteilnehmerinnen erste Kontakte zu berufstätigen Frauen in Deutschland knüpfen. Ein begleitendes Veranstaltungsprogramm – etwa zu für sie relevanten Themen sowie Business-Lunches und Betriebsführungen – ergänzt das Mentoring.

Allein durch Mund-zu-Mund-Propaganda konnten bislang 35 qualifizierte Frauen und Unternehmenspaten für das interkulturelle Programm in Dortmund gewonnen werden. „Der Bedarf für unser Angebot ist groß“, so Projektleiterin Barbara Wenzel. Ende 2017 soll ein nächster Mentoring-Durchgang starten; die Projektgruppe um die GRONE Bildungszentren NRW gGmbH möchte insgesamt bis zu 45 Frauen als Mentees gewinnen. Die Teilnahme am Praxisprojekt bietet auch Vorteile auf Unternehmensseite. Nicht nur, dass die Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, sie sammeln auch Erfahrungen im Umgang mit interkultureller Vielfalt. Und sie erhalten die Möglichkeit, die Programmteilnehmerinnen kennenzulernen und ihre Potenziale zu erkennen.

Sprache entscheidender Faktor für Integration

Ein entscheidender Faktor für die Integration der geflüchteten Frauen ist die Sprache. „Zwar sprechen die Teilnehmerinnen bereits gutes Deutsch. Geht es jedoch darum, eigenständig beruflich Fuß zu fassen, ist die exzellente Beherrschung der Sprache auch im Berufskontext dringend erforderlich“, so Barbara Wenzel. „Diese sprachliche Hürde zu meistern, ist der Schlüssel zur langfristigen beruflichen Integration.“

 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier

 

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